Allgemeine Geschäftsbedingungen

  1. Bestandteil der Ausbildung
    Die Fahrausbildung umfasst theoreti­schen und praktischen Fahrunterricht.

    Schriftlicher Ausbildungsvertrag
    Sie erfolgt aufgrund eines schriftli­chen Ausbildungsvertrages.

    Rechtliche Grundlagen der Ausbildung
    Der Unterricht wird aufgrund der hierfür geltenden gesetzlichen Be­stimmungen und der auf ihnen beru­henden Rechtsverordnungen, na­mentlich der Fahrschülerausbildungs­ordnung, erteilt. Im Übrigen gelten die nachstehenden Bedingungen, die Bestandteile des Ausbildungsvertra­ges sind.

    Beendigung der Ausbildung
    Die Ausbildung endet mit der bestan­denen Fahrerlaubnisprüfung, in jedem Fall nach Ablauf eines Jahres seit Abschluss des Ausbildungsvertrages. Wird das Ausbildungsverhältnis nach Beendigung fortgesetzt, so sind für die angebotenen Leistungen der Fahr­schule die Entgelte der Fahrschule maßgeblich, die durch den nach § 19 FahrlG bestimmten Preisaushang zum Zeitpunkt der Fortsetzung des Ausbil­dungsvertrages ausgewiesen sind. Hierauf hat die Fahrschule bei Fort­setzung hinzuweisen. Eignungsmängel des Fahrschülers Stellt sich nach Abschluss des Ausbil­dungsvertrages heraus, dass der Fahrschüler die notwendigen körperli­chen oder geistigen Anforderungen für den Erwerb der Fahrerlaubnis nicht erfüllt, so ist für die Leistungen der Fahrschule Ziffer 6 anzuwenden.

  2. Entgelte, Preisaushang

    Die im Ausbildungsvertrag zu verein­barenden Entgelte haben den durch Aushang in der Fahrschule bekannt gegebenen zu entsprechen.

  3. Grundbetrag und Leistungen
    a) mit dem Grundbetrag wer­den abgegolten:
    Die allgemeinen Aufwendungen der Fahrschule sowie die Erteilung des theoretischen Unterrichts und erfor­derliche Vorprüfungen bis zur ersten theoretischen Prüfung.
    Für die weitere Ausbildung im Falle des Nichtbestehens der theoretischen Prüfung ist die Fahrschule berechtigt, den hierfür im Ausbildungsvertrag vereinbarten Teilgrundbetrag zu be­rechnen, höchstens aber die Hälfte des Grundbetrages der jeweiligen Klasse; die Erhebung eines Teilgrund­betrages nach nicht bestandener praktischer Prüfung ist unzulässig.

    Entgelt für Fahrstunden und Leistungen
    b) Mit dem Entgelt für die Fahr­stunde von 45 Minuten Dauer werden abgegolten:
    Die Kosten für das Ausbildungsfahr­zeug, einschließlich der Fahrzeugver­sicherungen sowie die Erteilung des praktischen Fahrunterrichts.

    Absage von Fahrstunden / Be­nachrichtigungsfrist
    Kann der Fahrschüler eine vereinbarte Fahrstunde nicht einhalten, so ist die Fahrschule unverzüglich zu verständi­gen. Werden vereinbarte Fahrstunden nicht mindestens 2 Werktage vor dem vereinbarten Termin abgesagt, ist die Fahrschule berechtigt, eine Ausfall­entschädigung für vom Fahrschüler nicht wahrgenommene Fahrstunden in Höhe von drei Vierteln des Fahr­stundenentgeltes zu verlangen. Dem Fahrschüler bleibt der Nachweis vor­behalten, ein Schaden sei nicht oder in wesentlich geringerer Höhe ent­standen.


    Entgelt für die Vorstellung zur Prüfung und Leistungen
    c) Mit dem Entgelt für die Vor­stellung zur Prüfung werden abgegol­ten:
    Die theoretische und die praktische Prüfungsvorstellung einschließlich der Prüfungsfahrt. Bei Wiederholungsprü­fungen wird das Entgelt, wie im Aus­bildungsvertrag vereinbart, erhoben.

  4. Zahlungsbedingungen
    Soweit nichts anderes vereinbart ist, werden der Grundbetrag bei Ab­schluss des Ausbildungsvertrages, das Entgelt für die Fahrstunde vor Antritt derselben, der Betrag für die Vorstellung zur Prüfung zusammen mit eventuell verauslagten Verwal- tungs- und Prüfungsgebühren spätes­tens 3 Werktage vor der Prüfung fällig.

    Leistungsverweigerung bei Nichtausgleich der Forderungen
    Wird das Entgelt nicht zur Fälligkeit bezahlt, so kann die Fahrschule die Fortsetzung der Ausbildung sowie die Anmeldung und Vorstellung zur Prü­fung bis zum Ausgleich der Forderun­gen verweigern.

    Entgeltentrichtung bei Fortsetzung der Ausbildung
    Das Entgelt für eine eventuelle erfor­derliche weitere theoretische Ausbil­dung (Ziffer 3a Abs. 2) ist vor Beginn derselben zu entrichten.

  5. Kündigung des Vertrages
    Der Ausbildungsvertrag kann vom Fahrschüler jederzeit, von der Fahr­schule nur aus wichtigem Grund ge­kündigt werden:

    Ein wichtiger Grund liegt insbesonde­re vor, wenn der Fahrschüler
    a) trotz Aufforderung und ohne triftigen Grund nicht innerhalb von 4 Wochen seit Vertragsabschluß mit der Ausbildung beginnt oder er diese um mehr als 3 Monate ohne triftigen Grund unterbricht,
    b) den theoretischen oder den praktischen Teil der Fahrerlaubnisprü­fung nach jeweils zweimaliger Wie­derholung nicht bestanden hat,
    c) wiederholt oder gröblich gegen Weisungen oder Anordnungen des Fahrlehrers verstößt.

    Schriftform der Kündigung
    Eine Kündigung des Ausbildungsver­trages ist nur wirksam, wenn sie schriftlich erfolgt.

  6. Entgelte bei Vertragskündigung
    Wird der Ausbildungsvertrag gekün­digt, so hat die Fahrschule Anspruch auf das Entgelt für die erbrachten Fahrstunden und eine etwa erfolgte Vorstellung zur Prüfung.
    Kündigt die Fahrschule aus wichtigem Grund oder der Fahrschüler, ohne durch ein vertragswidriges Verhalten der Fahrschule veranlasst zu sein (siehe Ziff. 5), steht der Fahrschule folgendes Entgelt zu:
    a) 1/5 des Grundbetrages, wenn die Kündigung nach Vertrags­schluss mit der Fahrschule, aber vor Beginn der Ausbildung erfolgt;
    b) 2/5 des Grundbetrages, wenn die Kündigung nach Beginn der theoretischen Ausbildung, aber vor der Absolvierung eines Drittels der für die beantragten Klassen vorgeschrie­benen theoretischen Mindestunter­ richtseinheiten erfolgt;
    c) 3/5 des Grundbetrages, wenn die Kündigung nach der Absol­vierung eines Drittels, aber vor dem Abschluss von zwei Dritteln der für die beantragten Klassen vorgeschrie­benen theoretischen Mindestunter­ richtseinheiten erfolgt;
    d) 4/5 des Grundbetrages, wenn die Kündigung nach der Absol­vierung von zwei Dritteln der für die beantragten Klassen vorgeschriebe­nen theoretischen Mindestunterrichts­einheiten erfolgt, aber vor deren Abschluss;
    e) der volle Grundbetrag, wenn die Kündigung nach dem Abschluss der theoretischen Ausbildung erfolgt. Dem Fahrschüler bleibt der Nachweis vorbehalten, dass ein Entgelt oder ein Schaden in der jeweiligen Höhe nicht angefallen oder nur geringer angefal­len ist. Kündigt die Fahrschule ohne wichtigen Grund oder der Fahrschü­ler, weil er hierzu durch ein vertrags­widriges Verhalten der Fahrschule veranlasst wurde, steht der Fahrschu­le der Grundbetrag nicht zu. Eine Vorauszahlung ist zurückzuerstatten.

  7. Einhaltung vereinbarter Termine
    Fahrschule, Fahrlehrer und Fahrschü­ler haben dafür zu sorgen, dass ver­einbarte Fahrstunden pünktlich be­ginnen. Fahrstunden beginnen und enden grundsätzlich an der Fahrschu­le. Wird auf Wunsch des Fahrschülers davon abgewichen, wird die aufge­wendete Fahrzeit zum Fahrstunden­satz berechnet. Hat der Fahrlehrer den verspäteten Beginn einer Fahr­stunde zu vertreten oder unterbricht er den praktischen Unterricht, so ist die ausgefallene Ausbildungszeit nachzuholen oder gutzuschreiben.

    Wartezeiten bei Verspätung

    Verspätet sich der Fahrlehrer um mehr als 15 Minuten, so braucht der Fahrschüler nicht länger zu warten. Hat der Fahrschüler den verspäteten Beginn einer vereinbarten praktischen Ausbildung zu vertreten, so geht die ausgefallene Ausbildungszeit zu sei­nen Lasten. Verspätet er sich um mehr als 15 Minuten, braucht der Fahrlehrer nicht länger zu warten. Die vereinbarte Ausbildungszeit gilt dann als ausgefallen (Ziffer 3b Absatz 3).

    Ausfallentschädigung
    Die Ausfallentschädigung für die vom Fahrschüler nicht wahrgenommene Ausbildungszeit beträgt auch in die­sem Falle drei Viertel des Fahrstun­denentgelts. Dem Fahrschüler bleibt der Nachweis vorbehalten, ein Scha­den sei nicht oder in wesentlich ge­ringerer Höhe entstanden.

  8. Ausschluss vom Unterricht
    Der Fahrschüler ist vom Unterricht auszuschließen:

    a) Wenn er unter dem Einfluss von Alkohol oder anderen berau­schenden Mitteln steht;
    b) Wenn anderweitig Zweifel an seiner Fahrtüchtigkeit begründet sind.

    Ausfallentschädigung
    Der Fahrschüler hat in diesem Fall ebenfalls als Ausfallentschädigung drei Viertel des Fahrstundenentgelts zu entrichten. Dem Fahrschüler bleibt der Nachweis vorbehalten, ein Scha­den sei nicht oder in wesentlich ge­ringerer Höhe entstanden.

  9. Behandlung von Ausbildungs­gerät und Fahrzeugen
    Der Fahrschüler ist zur pfleglichen Behandlung der Ausbildungsfahrzeu­ge, Lehrmodelle und des sonstigen Anschauungsmaterials verpflichtet.

  10. Bedienung und Inbetrieb­nahme von Lehrfahrzeugen
    Ausbildungsfahrzeuge dürfen nur unter Aufsicht des Fahrlehrers bedient oder in Betrieb gesetzt werden. Zuwi­derhandlungen können Strafverfol­gungen und Schadenersatzpflicht zur Folge haben.


    Besondere Pflichten des Fahr­schülers bei der Kraftradausbildung
    Geht bei der Kraftradausbildung oder -prüfung die Verbindung zwischen Fahrschüler und Fahrlehrer verloren, so muss der Fahrschüler unverzüglich (geeignete Stellen) anhalten, den Motor abstellen und auf den Fahrleh­rer warten. Erforderlichenfalls hat er die Fahrschule zu verständigen. Beim Verlassen des Fahrzeugs hat er dieses ordnungsgemäß abzustellen und gegen unbefugte Benutzung zu si­chern.

  11. Abschluss der Ausbildung
    Die Fahrschule darf die Ausbildung erst abschließen, wenn sie überzeugt ist, dass der Fahrschüler die nötigen Kenntnisse und Fähigkeiten zum Führen eines Kraftfahrzeuges besitzt (§ 16 FahrlG). Deshalb entscheidet der Fahrlehrer nach pflichtgemäßem Ermessen über den Abschluss der Ausbildung (§ 6 FahrschAusbO).

    Anmeldung zur Prüfung
    Die Anmeldung zur Fahrerlaubnisprü­fung bedarf der Zustimmung des Fahrschülers; sie ist für beide Teile verbindlich. Erscheint der Fahrschüler nicht zum Prüfungstermin, ist er zur Bezahlung des Entgelts für die Vor­stellung zur Prüfung und verauslagter oder anfallender Gebühren verpflich­tet.

  12. Gerichtsstand
    Hat der Fahrschüler keinen allgemei­nen Gerichtsstand im Inland oder verlegt er nach Vertragsabschluß seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort aus dem Inland, oder ist der gewöhnliche Aufenthaltsort zum Zeitpunkt der Klageerhebung nicht bekannt, so ist der Sitz der Fahrschule der Gerichtsstand.